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Immunologie -

Durch Immunologie die Schwangerschaft "schützen"

Das grundsätzliche Problem bei einer Schwangerschaft und der körpereigenen Abwehr stellt der väterliche Anteil am Fötus (Embryo) dar. Das ist sehr einleuchtend, wenn man sich bewusst wird, dass die Hälfte des Erbgutes vom Vater kommt und daher von der Frau als potentiell fremd erkannt wird.

Man kann sich als Beispiel die Situation bei einer Transplantation vor Augen führen. Nur wenn das Gewebe von Spender und Empfänger ähnlich ist, kann eine Abstoßungsreaktion vermieden werden.

  Immunologie - Schwangerschaft "schützen"
Da die Auswahl eines Partners nie in Hinsicht auf seine Histokompatibilität erfolgt, muss sich die Schwangerschaft mit anderen Mechanismen vor den Angriffen des weiblichen Immunsystems schützen.

Um die Schwangerschaft und das Embryo zu „schützen“, gibt es Antikörper, die bestimmte Immunzellen der Mutter blockieren. Das Immunsystem der Mutter wird durch die Antikörper (Fc-blockierende Antikörper) daran gehindert, den Embryo als fremd zu erkennen.

Es wird angenommen, dass eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den Partnern dazu führt, dass auf Seiten der Frau das Immunsystem nicht ausreichend aktiviert wird und dadurch die Entwicklung schützender Antikörper ausbleibt.

Eine Methode, welche in manchen Arbeiten propagiert wird, ist das Prinzip der „aktiven Immunisierung“. Das Immunsystem der Frau wird durch die Gabe von weißen Blutkörperchen aktiviert und zusätzlich ein Anreiz gegeben, embryo-schützende Antikörper zu produzieren. Am Institut für Immunologie an der Universität Kiel wird diese Therapie mit viel Erfahrung angeboten.

Eine andere Möglichkeit ist die “passive Immunisierung“, bei der man feststellte, dass die Abstossungsreaktionen seltener waren, wenn bei Transplantionen Infusionen mit Immunglobulinen gegeben wurde. Dieser Erkenntnis folgend, versuchte man die Abstossung einer Schwangerschaft durch die gleiche Maßnahme zu unterdrücken. Die Behandlung in den USA inzwischen verboten, da man annimmt, dass die die möglichen Risiken den Nutzen überwiegen.

Im weitesten Sinne handelt es sich bei der aktiven und passiven Immunisierung entsprechend einer Transfusion, also um eine Übertragung von Blutbestandteilen. Alle Komplikationen die bei einer Transfusion auftreten können, sind demzufolge theoretisch auch möglich: Anaphylaktische (allergische) Reaktionen und Übertragung von Infektionskrankheiten. Gegen diese Blutbestandteile können zusätzlich Antikörper gebildet werden, die versehentliches von roten Blutkörperchen oder Blutplättchen eingebracht wurden.

Eine neue Methode ist das so genannte Leukozytenultrafiltrat:

Wie die der “aktiven Immunisierung” werden im Immunsystem ähnliche Mechanismen durch das, aus Spenderleukozyten hergestellte, Medikament namens Leukonorm®“ ausgelöst. Es ist für die Behandlung des habituellen Aborts zugelassen. Das Präparat wird in wöchentlichen Injektionen verabreicht. Diese Behandlungsform stellt Paare mit Kinderwunsch oft vor fast nicht zu bewältigende finanzielle Probleme, da die Krankenkassen nicht für dieses Medikament aufkommen und das Paar die hohen Kosten selbst zu tragen hat.


Zusammenfassung:

Es stehen verschiedene Methoden zur Behandlung immunologischer Gründe bei Nicht-Einnistung und Fehlgeburten zur Auswahl, welche allesamt keine Standardtherapien sind.
Am „Bewährtesten“ ist die aktive Immunisierung. Aber auch hier kann nicht von einer etablierten Methode gesprochen werden.

Mit Zustimmung von Dr. Breitenbach (www.wunschkind.net) wurde diese Seite veröffentlicht.
 
 
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